Rechtsbegehren bei der kantonalen Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz hängig

Engagierte Einwohnerinnen und Einwohner haben am 22. Juni 2021 bei der zuständigen kantonalen Fachstelle eine Reihe von Rechtsbegehren eingereicht, welche die sofortige Anordnung provisorischer Schutzmassnahmen im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzgesetzes bezwecken. So soll erreicht werden, dass am Quartierplan-Areal keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen, bis eine ausgewiesene, amtlich bestellte Fachperson ein Naturwertinventar erstellt hat bzw. durch eine Expertise belegt ist, dass auf dem Gelände keinerlei Schutzwürdigkeit vorliegt und die massiven Tiefbauarbeiten keine negativen Auswirkungen auf das angrenzende Naturschutzgebiet zur Folge haben werden. Bei einem gegenteiligen Ergebnis müssten die Überbauungspläne dem Schutzbedarf angepasst werden. Mitgetragen werden die Rechtsbegehren von der Fondation Franz Weber, der Stiftung Helvetia Nostra, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der Stiftung Pro Artenvielfalt und vom WWF Region Basel.

Anlass zu diesem Schritt war, dass die Bauherrschaft noch in diesem Sommer die geo-/hydrologischen Sondierbohrungen aufnehmen will, wozu vorab die Rodung des Areals, umfangreiche Erdbewegungen und die Errichtung von zehn bis zwölf zementierten Messplattformen notwendig sind. Mit der Installation der schweren Bohrgeräte würde das Feuchtgebiet unwiederbringlich zerstört.

Bis heute liegt aber kein Naturwertinventar zum Buechloch-Areal vor, und dies obwohl der Schönenbach in einem natürlichen Bachlauf fliesst, sich abschnittweise ein zweiter Bachlauf entwickelt, der Hinterlindengrabenweg und der daran anstossende Waldsaum als Amphibien-Wanderungszone bekannt sind und davon auszugehen ist, dass die Bauland-Parzellen den Amphibien auch als Lebensraum dienen.

Gemäss Natur- und Landschaftsschutzgesetz müssen Kanton und Einwohnergemeinden im Rahmen ihrer raum- und nutzungsplanerischen Aufgaben schützenswerte Landschaften und Naturobjekte erfassen. Auf das Buechloch bezogen hätte ein solches Fachgutachten wohl schon vor der Unterstellung unter Quartierplanpflicht vorliegen müssen – also noch vor der ersten Abstimmung über das "Hochhaus im Wald" 2014. Die Gemeinde Reinach vertrat bis anhin aber den Standpunkt, die Erstellung eines Inventars der Bauherrschaft übertragen zu können, wobei sie dieses erst mit dem Baugesuch hätte einreichen müssen.

Nur: Ein Naturinventar muss erstellt werden, bevor das natürliche Terrain durch Bagger, Baulastwagen und Bohrkräne zerstört worden ist!